Gastfamilie

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Unter einer Gastfamilie, meist mit GF oder HF (vom englischen "host family") abgekürzt, versteht man eine Familie, in der ein Austauschschüler einen Teil oder die gesamte Zeit seines Austauschjahres wohnt.

Je nach der Austauschorganisation wird unter einer Gastfamilie oftmals sehr Unterschiedliches gesehen. Während bei manchen Organisationen darauf geachtet wird, dass es sich hierbei vornehmlich um verheiratete Ehepaare mit Kindern handelt, definieren andere Organisationen dies weit offener, sodass es durchaus möglich ist, beispielsweise bei alleinerziehenden Eltern, Singles oder auch homosexuellen Paaren zu wohnen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Grundsätzliches

Die meisten Gastfamilien nehmen einen oder sogar mehrere Gastschüler (siehe Double Placement) aus Überzeugung und meist unentgeltlich auf. Eine Gastfamilie ist kein Hotel, in dem man ein Jahr lang lebt, sondern soll sich zu einer neuen Familie entwickeln, das heißt, man soll eine emotionale Beziehung zu ihnen aufbauen. Wie der Name sagt ist es eine Gastfamilie und keine Gastwirte. Es muss versucht werden mit der Gastfamilie eine emotionale Beziehung auf zu bauen, man muss sie in das Herz schließen, anders wird man es kein Jahr dort aushalten können. Dieser Prozess geht allerdings oft schleichend und unbemerkt vonstatten.

[Bearbeiten] Benachrichtigung

Es hängt eigentlich nur von der Partnerorganisation ab, wann man seine Gastfamilienbenachrichtigung bekommt. Mädchen sind in der Regel leichter zu vermitteln und bekommen im Durchschnitt ihre Gastfamilie früher. Die Gastfamilie kann man bereits im Januar oder Februar (bei Sommerabreise) bekommen, "normal" sind aber eher die Monate April bis Juli, es sind aber auch Fälle bekannt, in denen einige Austauschschüler ohne Gastfamilie ins Flugzeug stiegen oder die Familie erst wenige Stunden vor Abflug bekamen. Jedes Jahr bleiben etwa 2% der Austauschschüler zu Hause, weil im Gastland (meist die USA) keine Familie für sie gefunden wurde. Bei einigen ist aber eine Flugverschiebung und so eine "Nachreise" möglich.

[Bearbeiten] Verhalten in den ersten Tagen

Direkt nach der Ankunft in der Gastfamilie "beschnuppert" man sich meist erst einmal. Dies ist der kritischste Moment während eines Austauschjahres, denn hier entscheidet sich schon oft, ob man während des Jahres in der Familie bleiben wird oder nicht. Der erste Eindruck von deiner Gastfamilie, vor allem aber dein Eindruck, den du bei ihnen hinterlässt, sind prägend für das gegenseitige Verhalten während dem Rest der Zeit.

Auf jeden Fall muss man in seinem Verhalten sehr zurückhaltend sein und vor allem beobachten; was machen sie, wie machen sie es, sollte ich es vielleicht auch so machen? Dies sind die Fragen, die es zu beantworten gilt. Ein blindes Fortführen der deutschen Gewohnheiten wird schnell zu Problemem führen.

[Bearbeiten] Vorab zu klärende "issues"

  • Wer macht die Wäsche? Wir funktioniert die Waschmaschine?
  • Wann ist curfew?
  • Welche Ausgaben (Auswärts essen) werden übernommen?
  • Wie steht's mit der Benutzung von Telefon/Internet?

Wenn es Gastgeschwister in der Familie gibt, sollte man sich auch an denen orientieren. Zu leicht werden vor allem jüngere Geschwister eifersüchtig, da dem neuen Famlienmitglied zunächst so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird.

[Bearbeiten] Umgang mit Problemen

Ist die erste Euphorie verflogen, stellt sich langsam der Alltag ein. Oft ist es dieser Alltag, der zu Problemen und Missverständnissen führt, und so kommt es immer wieder vor, dass Probleme auftauchen, und man sich in der Gastfamilie irgendwie nicht wohlfühlt. Egal von welcher Art diese Probleme auch sein mögen, es gibt einige wenige Hauptregeln, die man unbedingt beachten muss

  1. Rede mit deinen Gasteltern darüber
  2. Sprich mit Freunden vor Ort oder zu Hause darüber
  3. Informiere bei Problemen nicht sofort deine Eltern in Deutschland, sie machen sich nur unnötig Sorgen
  4. Schalte die Organisation erst als letzte Instanz ein
  5. Reflektiere das Problem; ist es vielleicht nur eine Kleinigkeit, die dich aufregt?

[Bearbeiten] Gastfamilienwechsel

Zwar ist es nicht wünschenswert, aber es kommt immer wieder vor, dass sich die Probleme auch über Wochen hinweg nicht lösen lassen, oder die "Chemie einfach nicht stimmt". Statt sich in einem solchen Fall zu quälen, ist es angebracht, einen Gastfamilienwechsel vorzuschlagen.Man sollte sich dabei aber ueberlegen,was der Grund fuer die Probleme ist.So gibt es viele Faelle in denen die Gastfamilien weit ausserhalb der Orte wohnen oder die Gastfamilien aermer sind als man das von seinem Heimatland gewohnt ist.Bei Problemen dieser Art sollte man sich vor Augen halten,dass das etwas ist,das eben sehr typische fuer die USA ist und es bei Gastfamilien in erster Linie auf die Beziehung zueinander ankommt und nicht auf den Luxus,den sie einem bieten koennen,denn wie bereits gesagt, eine Gastfamilie ist kein Hotel und man sollte sich,um ein tolles Jahr zu haben besser benehmen als zu Hause und sein Teenagerverhalten in das eines Erwachsenen umtauschen.Bitte und Danke(mindestens einmal am Tag) sowie ohne gefragt zu werden zur Hilfe zu gehen,machen ein Jahr wesentlich leichter und schoener und koennen Streit und Misstimmungen vermeiden. Ein Gastfamilienwechsel kann immer von zwei Seiten ausgehen:

  • Von der Gastfamilie, weil sie z.B. mit der Situation überfordert sind, oder sie finden, dass du einfach nicht in ihre Familie hineinpasst.
  • Von dir, wenn du merkst, dass du keine 10 Monate mit dieser Familie verbringen kannst.

Bevor du dich allerdings zu dem Wechsel entschließt, gib dir eine Gnadenfrist von ein oder zwei Wochen. Wenn sich dann nichts gebessert oder gar verschlechtert hat kannst du einen Gastfamilienwechsel wirklich in Betracht ziehen.

Trotzdem sollte ein Gastfamilienwechsel immer die letzte Möglichkeit zum Lösen von Konflikten sein.

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